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Sudoku
TechnikenFortgeschritten

X-Wing

Lerne, was ein X-Wing im Sudoku ist, wie du das Vier-Ecken-Muster erkennst und Kandidaten sicher eliminierst.

Ein X-Wing ist das kleinste Standard-Fish-Muster im Sudoku.

Es verfolgt eine Kandidatenziffer über zwei Zeilen und zwei Spalten. Wenn zwei Zeilen diese Ziffer nur in denselben zwei Spalten platzieren können, müssen diese beiden Zeilen die Ziffer an genau diese beiden Spalten liefern.

Das Ergebnis:

Die Ziffer kann in denselben Spalten überall außerhalb der beiden Ausgangszeilen entfernt werden.

Zeilen und Spalten können dabei ihre Rollen tauschen.

Die nützlichste Denkweise ist nicht:

Vier Ecken bilden ein Rechteck.

Sondern:

2 Basis-Einheiten benötigen 2 Platzierungen, und alle diese Platzierungen werden von 2 Cover-Einheiten abgedeckt.

Diese Idee skaliert direkt zu Swordfish und größeren Fish.

Kurzregel

Für ein zeilenbasiertes X-Wing:

  1. Wähle eine Ziffer X.
  2. Finde zwei Zeilen, in denen alle Kandidaten X auf dieselben zwei Spalten beschränkt sind.
  3. Die Zeilen sind die Basis-Einheiten.
  4. Die beiden Spalten sind die Cover-Einheiten.
  5. Entferne X in den Cover-Spalten außerhalb der Basiszeilen.

Für ein spaltenbasiertes X-Wing vertauschst du Zeilen und Spalten.

Sudoku visualRead an X-Wing as base sets and cover setsRows 2 and 7 are the base sets. Columns 4 and 8 are the cover sets. Candidate 5 can be removed from those cover columns outside the two base rows.
  • Base rows
  • Cover columns
  • Source 5s
  • Eliminated 5s

Ein einfaches X-Wing

Angenommen, Kandidat 5 erscheint in Zeile 2 nur in:

  • r2c4
  • r2c8

und in Zeile 7 nur in:

  • r7c4
  • r7c8

Zeile 2 muss eine 5 enthalten.

Zeile 7 muss eine 5 enthalten.

Beide Platzierungen sind auf Spalte 4 und 8 beschränkt.

Damit müssen Spalte 4 und 8 ihre 5en aus Zeile 2 und 7 erhalten.

Kandidat 5 kann deshalb aus allen anderen Zellen dieser beiden Spalten entfernt werden.

Wir müssen nicht wissen, welche Diagonale die richtige ist.

Möglich sind:

  • r2c4 = 5 und r7c8 = 5;
  • r2c8 = 5 und r7c4 = 5.

Beide Fälle liefern dieselbe äußere Eliminierung.

Warum X-Wing funktioniert

Der Fish-Beweis ist ein Zählargument.

Zwei Basiszeilen brauchen jeweils eine Kopie der Fish-Ziffer.

Das ergibt zwei notwendige Platzierungen.

Alle möglichen Ausgangspositionen dafür liegen in nur zwei Cover-Spalten.

Eine Sudoku-Spalte darf die Ziffer nur einmal enthalten.

Also verbrauchen die beiden notwendigen Platzierungen genau diese beiden Cover-Spalten.

Kein dritter Kandidat derselben Ziffer kann in einer der Cover-Spalten bestehen bleiben.

Diese Basis-/Cover-Erklärung ist vielseitiger als das Auswendiglernen eines Rechtecks.

Brettbeispiel Schritt für Schritt

Spaltenbasiertes X-Wing

Transponiere das Muster.

Wenn Spalte 3 und 9 Kandidat 7 nur in Zeile 2 und 6 platzieren können, dann sind:

  • Spalte 3 und 9 die Basis-Einheiten;
  • Zeile 2 und 6 die Cover-Einheiten.

Kandidat 7 kann in diesen Zeilen außerhalb der beiden Basisspalten entfernt werden.

X-Wing vs zufälliges Rechteck

Vier gleiche Kandidaten können optisch ein Rechteck bilden, ohne ein X-Wing zu beweisen.

Die entscheidende Frage lautet nicht:

Bilden diese vier Zellen die Ecken eines Rechtecks?

Sondern:

Sind in jeder Basiszeile alle Kandidaten dieser Ziffer auf die beiden vorgeschlagenen Cover-Spalten beschränkt?

Enthält Zeile 2 zusätzlich Kandidat 5 in c1, sind die Zeilen 2 und 7 nicht auf dieselben zwei Cover-Spalten beschränkt und der grundlegende X-Wing-Beweis scheitert.

Sudoku visualA valid X-Wing versus a rectangle-shaped false positiveFour corners are not enough. Each base row must restrict the candidate to the same two cover columns.
Validtwo candidates in each base row
Not an X-Wingan extra source candidate remains
  • Proposed source 5s
  • Extra candidate breaks the Fish

X-Wing vs Locked Candidates

Beide verfolgen eine einzelne Ziffer.

Locked Candidates

Die Einschränkung liegt an einer Block-Linien-Schnittstelle.

X-Wing

Die Einschränkung verbindet zwei Zeilen und zwei Spalten über das gesamte Raster.

Damit ist X-Wing ein natürlicher erster fortgeschrittener Schritt nach ziffernorientiertem Intersektions-Scanning.

X-Wing vs Swordfish

Die Fish-Regel skaliert nach Größe.

X-Wing

2 Basis-Einheiten → 2 Cover-Einheiten.

Swordfish

3 Basis-Einheiten → 3 Cover-Einheiten.

Jellyfish

4 Basis-Einheiten → 4 Cover-Einheiten.

Je größer der Fish wird, desto unregelmäßiger kann die Geometrie aussehen. Deshalb ist die Basis-/Cover-Denkweise wichtiger als ein bestimmtes Bild.

So findest du X-Wings

Nutze einen Ziffernfilter.

1. Eine Ziffer wählen

Ziffern mit relativ wenigen Kandidatenpositionen sind am einfachsten.

2. Zeilen mit zwei Positionen scannen

Merke dir das Spaltenpaar.

Beispiel:

r2 → c4/c8

3. Eine passende zweite Zeile suchen

Wenn eine andere Zeile lautet:

r7 → c4/c8

prüfe das X-Wing.

4. Die Cover-Spalten prüfen

Existiert Kandidat X an anderer Stelle in einer der Cover-Spalten, hast du eine produktive Eliminierung.

5. Mit Spalten wiederholen

Findest du kein zeilenbasiertes Muster, transponiere die Suche.

Was ein X-Wing häufig freischaltet

X-Wing
↓
Kandidat 5 entfernen
↓
Versteckter Single 5
↓
Partner aktualisieren
↓
Locked Candidates

Nach der fortgeschrittenen Eliminierung solltest du die betroffenen Einheiten sofort wieder nach einfacherer Logik scannen.

Häufige Fehler

Mehrere Ziffern gleichzeitig verfolgen

Fish sind Ein-Ziffer-Muster.

Jedes Rechteck als X-Wing behandeln

Prüfe die vollständigen Kandidatenmengen der Basis-Einheiten.

Aus den Basiszeilen eliminieren

Bei einem zeilenbasierten X-Wing eliminierst du in den Cover-Spalten außerhalb der Basiszeilen.

Zeilen mit einer zusätzlichen Ausgangsposition wählen

Das verletzt die grundlegende Fish-Bedingung.

Erwarten, dass das Muster eine Diagonale auswählt

Das ist nicht nötig. Beide möglichen Diagonalen liefern dieselbe Eliminierung.

Erkennungsübung

Filtere eine Ziffer und schreibe dünn besetzte Zeilen als Positionspaare:

r2 → c4/c8
r5 → c1/c6
r7 → c4/c8

Das wiederholte c4/c8 sollte sofort auffallen.

Das ist oft schneller als optisch nach Rechtecken zu suchen.

FAQ

Ist X-Wing eine Wing-Technik?

Nein. Trotz des Namens ist X-Wing ein Fish.

Müssen die vier Ausgangszellen in vier verschiedenen Blöcken liegen?

Nein. Der Beweis hängt von Zeilen und Spalten ab, nicht von der Blockverteilung.

Kann ein X-Wing von Spalten ausgehen?

Ja.

Muss man raten, welche Diagonale stimmt?

Nein. Die Eliminierung ist in beiden möglichen Diagonalanordnungen gültig.

Was du als Nächstes lernen solltest

Lerne Swordfish, solange die Basis-/Cover-Idee noch frisch ist.

Vergleiche danach X-Wing mit Skyscraper, bei dem zwei konjugierte Paare derselben Ziffer nur auf einer Seite ausgerichtet sind und keinen vollständigen Fish bilden.